Aquafitness- Funktionelle Wassergymnastik


Präventionskonzept ist bei der Zentralen Prüfstelle für Prävention zertifiziert und zentral abgelegt.



Konzept: Aqua-Fitness - Funktionelle Wassergymnastik

Einleitung

Vielen Erkrankungen liegt als Ursache Bewegungsarmut zugrunde. Aber nicht nur Bewegungsarmut allein steht als Risikofaktor für die Entstehung von sogenannten Schmerzsyndromen, auch Fehlbelastungen des Stütz- und Bewegungsaparates machen hier den größten Teil der Risikofaktoren mit ca. 33 % aus. Das Präventionskonzept: "Aqua Fitness" soll beim einzelnen die individuellen Risikofaktoren aufzeigen, die zu sogenannten Schmerzsyndromen führen können. Nachdem Erkennen von sogenannten individuellen Risikofaktoren sollen entsprechende Maßnahmen vermittelt werden, die als Präventionsmaßnahmen wirksam sein können, damit es nicht zur Entstehung von sogenannten Schmerzsyndromen kommt.

Die Evolution hat uns Menschen zu einem Körper verholfen, der sich immer wieder anpassen konnte. Mittlerweile passen wir uns unserer Umwelt nicht mehr entsprechend an. Wir verändern zwar laufend unsere Umwelt, das Erbe, das wir jedoch in uns tragen, bezüglich der Bewegung und Haltung wird gegenüber den Veränderungen nicht immer optimal berücksichtigt. Dies liegt zum einen in der schnelllebigen Zeit, in den immer schneller zur Verfügung stehenden neuen Medien, die keinen Platz für die eigene Körperwahrnehmung und das eigene Körperschema lassen. Fehlhaltungen werden nur noch sekundär wahrgenommen, daraus resultierende Schmerzen nicht mehr richtig wahrgenommen und analysiert, sowie Ursache und Wirkung vernachlässigt. So entstehen vielfach chronische Schmerzsyndrome und andere funktionelle Erkrankungen. Fehlhaltungen haben nach wissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahre gleichzeitig auch einen direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit, auf Gefühle, Gedanken und Handlungen. (G. Hüther 2007, H. Pohl 010)
In den zurückliegenden Jahren gab es in den Gesundheitsreports der Krankenkassen, die jährlich erscheinen, eine weitere stetige Zunahme von physischen Erkrankungen und damit verbunden eine immer höher werdende Zahl von Arbeitsunfähigkeitstagen.

Das Konzept: Aqua-Fitness - Funktionelle Wassergymnastik soll u. a. (sechs Kernzeile des Leitfadens für Prävention Seite 50) als Prävention für die Bewältigung von psychosomatischen Beschwerden und Mißbefindeszuständen angewendet werden. Im Kurs werden z. B. durch die Schulung der Körperwahrnehmung, der Einfluss von elementaren Bausteinen wie z. B.: den motorischen Fähigkeiten (Kraft, Kraftausdauer, Dehnfähigkeit und Koordination), auf die eigene Gesundheit und das Erleben von Bewegung und Haltung als Einflussnahme auf die eigene physische und psychische Gesundheit gestärkt.

Selbstwirksamkeit und Kontrollüberzeugung sind wichtige Bausteine, um im Leben die eigene Gesundheit optimal beeinflussen zu können. Im Kurs sollen gerade diese Fähigkeiten mit dem Vermitteln v. Hintergrund-, Handlungs- und Effektwissen aufgebaut und vertieft werden. Erleben von Bewegung in der Gruppe soll als psychosoziale Ressource vorgestellt, aufgebaut und langfristig in den Alltag implementiert werden. Ob im Sportverein, Volkshochschule, Physiotherapiepraxis oder mit Freunden und Bekannten, Bewegung war immer Teil des Lebens und muss es nach den evolutionären Grundbedingungen des Lebens auch bleiben. Gesundheit ist unabänderlich mit Bewegung verbunden. Empfehlungen der WHO, des US Department of Health and Human Servies sind u. a. Grundlage für die Vermittlung von Handlungswissen für die zeitliche Implementierung in den Alltag.

Ziele der Maßnahmen:
Kernziel 1: Stärkung physischer Gesundheitsressourcen (insbesondere die Faktoren gesundheitsbezogene Fitness, Ausdauer, Kraft, Dehnfähigkeit, Koordinationsfähigkeit, Entspannungsfähigkeit)

Kernziel 2: Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen (insbesondere Handlungs- und Effektwissen, Selbstwirksamkeit, Stimmung, Körperkonzept, soziale Kompetenz und Einbindung)

Kernziel 3: Verminderung von Risikofaktoren (insbesondere solche des Herz- Kreislauf-Systems sowie des Muskel-Skelett-Systems)

Kernziel 4: Bewältigung von psychosomatischen Beschwerden und Missbefindenszuständen

Kernziel 5: Aufbau von Bindung an gesundheitssportliche Aktivität

Kernziel 6: Verbesserung der Bewegungsverhältnisse (u. a. durch den Aufbau kooperativer Netzwerke beim Zugang zu einer gesundheitssportlichen Aktivität und bei deren Weiterführung) Inhalte der Maßnahmen:
Module zur Verbesserung der physischen Ressourcen Ausdauer, Kraft, Dehnfähigkeit, Koordinationsfähigkeit unter Berücksichtigung zielgruppengemäßer Schwerpunktsetzungen, mit Hinweisen zur indikationsspezifischen Belastungsdosierung und Belastungsanpassung, zur korrekten Ausführung von Aufgabenstellungen und Übungen, zur motivierenden Durchführung der Module (z. B. Einsatz von Musik, Herstellung positiver sozialer Kontexte, Kursleiterverhalten)

Lockerungsübungen im Rahmen der genannten Module zur Förderung physischer Ressourcen sowie ein Modul zur Verbesserung der Entspannungsfähigkeit
Aufbau von Handlungs- und Effektwissen zur Wirkung der körperlichen Aktivitäten bei der problemzentrierten Bewältigung spezifischer Gesundheitsprobleme
Aufbau von Handlungs- und Effektwissen zur Durchführung der Aktivitäten (z. B. indikationsbezogene Belastungsdosierung, korrekte Ausführung der Übungen)
Vermittlung von Körpererfahrung und positiven Bewegungserlebnissen in der Gruppe
Maßnahmen zur Unterstützung der Integration des Gelernten in das Alltagsleben nach Interventionsende
Kontinuierliche Information und Anleitung zu gesundheitsförderlichen Bewegungsabläufen im Alltag, vermehrter regelmäßiger Bewegung im Alltag (z. B. Treppensteigen, Radfahren)
Anregungen für eine ergonomische und gesundheitsförderliche Arbeitsplatzgestaltung sowie zur Vermeidung von einseitig belastenden Situationen in Beruf und Alltag
Unterstützung der Weiterführung gesundheitssportlicher Aktivitäten z. B. in Sportvereinen

Zielgruppe:
Gesunde Versicherte mit Bewegungsmangel, Bewegungseinsteiger und -wiedereinsteiger, jeweils ohne behandlungsbedürftige Erkrankungen.

Methodik:
Methodische und didaktische Schwerpunkte
Gesundheitsfragebögen (Evaluation)
Blitzlicht und Spiele zur Auflockerung und zum Ankommen im Unterricht - Verhaltensorientierte Gruppenberatung mit praktischem Training mit dem Fokus auf handelndem Lernen
Vermittlung von Hintergrund-, Handlungs- und Effektwissen im Frontalunterricht, teilweise auch in Form eines Kurzvortrages
Vermittlung von Hintergrund-, Handlungs- und Effektwissen in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit mit anschließender Auswertung im Plenum (Stuhlkreis)

Hausaufgabenprogramm zur Wiederholung und Festigung des Gelernten sowie zum Transfer von Bewegung in den normalen Alltag - Bewegungstagebuch führen, um sich bewusst zu machen, welchen Stellenwert Bewegung im Alltag des Einzelnen hat, aber auch, wie sich dieser Stellenwert schon allein im Verlauf des Kurses positiv verändern kann.

Einsatz von Assessments zur Ergebnissicherung
Einsatz des Handouts zur Vermittlung, insbesondere aber auch zur Festigung und Vertiefung des behandelten Lernstoffs

Gruppengröße:
Maximal 15 Personen
Zeitumfang:  10 x 45 Minuten

Anbieterqualifikation:
Zur Durchführung entsprechender Maßnahmen kommen Fachkräfte mit einem
staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss im Bereich Bewegung in Betracht, insbesondere:
Sportwissenschaftler/in (Abschlüsse: Diplom, Staatsexamen, Magister, Master, Bachelor),
Krankengymnast/in, Physiotherapeut/in,
Sport- und Gymnastiklehrer/in,
Ärztin/Arzt mit Zusatzqualifikation einer anerkannten Institution für den jeweiligen Problembereich (z. B. Lizenz zur Durchführung der Rückenschule, vergleichbar in anderen Indikationsbereichen) und Einweisung in das durchzuführende Bewegungsprogramm87. Zur Durchführung von Maßnahmen für Personen mit speziellen Risiken im Bereich des Muskel-Skelett-Systems kommen ferner Ergotherapeutinnen/ Ergotherapeuten sowie Masseurinnen/Masseure jeweils mit einer Zusatzqualifikation für diesen Bereich bei einer anerkannten Institution sowie einer Einweisung in das durchzuführende Gesundheitssportprogramm in Betracht.

Kursumfang
Unterrichtseinheiten (UE): 15 UE
Seminarkosten: Mitglieder: 220,00 € ; Nichtmitglieder: 255,00 €